Exklusiv – Ein Station Dock für Ubuntu Touch (mit Video)

Das Problem

Die große Idee hinter Ubuntu Touch war immer „Convergence“ . Das bedeutet auch, dass Ubuntu sich dynamisch an größere Displays anpassen soll und sich (mehr) verhält wie ein Desktop. In der Praxis funktioniert das bei Ubuntu Phones über WirelessDisplay (miracast/aethercast), was bedeutet, dass der Bildschirminhalt über Wlan übertragen wird. Manche Ubuntu Geräte können dies auch als HDMI über USB, diese sind aber in der Minderheit (z.B das Nexus 4, oder das BQ M10).

Das Problem bei der Übertragung über WLAN ist die Latenz. Beim Zeigen von Bildern fällt das nicht ins Gewicht, beim Abspielen von Videos ist es nur wenig auffällig, aber bei der Benutzung als Desktop ist es stark irritierend. Hier kommt das StationDock von UBports ins Spiel.

Die Lösung

Die Idee dieses Docks ist revolutionär, da der Bildschirm Inhalt auch als miracast Paket verpackt und verschickt wird, aber dann nicht über WLAN, sondern über USB an das Dock, welches dann die miracast Pakete entpackt und auf einen HDMI Anschluss wirft. Dadurch fällt die, durch das Wlan erzeugte, Latenzzeit weg und ermöglicht tatsächliches Arbeiten mit dem Ubuntu oder Android Gerät.

Hier könnt ihr nochmal Marius Gripsgårds Vortrag über das Portieren von Ubuntu Touch im Allgemeinen, und das StationDock Projekt sehen. Der Teil über das Dock beginnt bei 00:52:45, wir empfehlen euch aber den ganzen Talk anzuhören.

Technische Details

Der Unterschied des StationDocks zu ähnlichen Geräten ist, dass es kein „dummes“ Dock ist, das einfach mehrere Anschlüsse zur Verfügung stellt, sondern ein „smartes“ Dock mit einem integrierten Raspberry Pi. Das Pi nimmt die komprimierten miracast Pakete, dekomprimiert diese, und gibt sie als HDMI über den HDMI-Port wieder aus.

Zusätzlich zu der Bildschirmübertragung bietet das Dock auch 2 USB Ports, den genannten HDMI-Ausgang und einen Audio Klinken Stecker. Wenn möglich versucht das UBports Team auch einen Mikrofon Klinken Stecker einzubauen.

Intern besteht das Dock aus dem Raspberry Pi, und einer großen Batterie. Das Gehäuse wird 3D-gedruckt und wird im finalen Design sehr ähnlich aussehen. Außerdem plante Marius Gripsgård auch noch ein SlimModell mit weniger Durchmesser, und in ferner Zukunft ein LapDock, mit integriertem Bildschirm, das wie ein Laptop funktionieren soll.

Eine Kickstarter Kampagne wird in den nächsten Wochen gestartet, und wir werden euch über den Fortschritt des Projekts informieren.

Quellen:
Marius Gripsgård
UBports Talk @ UbuCon Europe