Ubuntu 17.04 – lohnt sich ein Upgrade?

 

Im April 2017 wird Ubuntu 17.04 (Zesty Zapus) veröffentlicht. Zur selben Zeit verabschiedet sich auch Ubuntu 12.04 LTS. Nach 5 Jahren Support endet nun auch für das „Präzise Schuppentier“ die Reise, doch dazu am Ende des Artikels mehr.

Es soll hier auch um die Fragen gehen, wie man auf eine neuere Version von Ubuntu kommt und wer die kommende Version 17.04 wirklich braucht.

 

Brauche ich nun Ubuntu 17.04?

Zesty Zapus bedeutet frei übersetzt „Begeisterte Hüpfmaus„. Genauso sprunghaft ist auch die Entwicklung bei Ubuntu.

Wenn ihr immer das Neueste wollt oder braucht, könnt ihr eine Installation auf Ubuntu 17.04 durchführen. Beachtet allerdings, dass für Ubuntu 17.04 nach nur neun Monaten der Support im Januar 2018 schon wieder enden wird. Ihr könnt euch dann also gleich auf den nächsten Systemwechsel vorbereiten. Im Oktober 2017 wird Ubuntu 17.10 erwartet und wieder 9 Monate unterstützt. Wollt ihr aber ein System, welches jahrelang mit Updates versorgt wird, so greift besser zur 16.04 LTS. Die LTS Versionen (Long Term Support) werden 5 Jahre unterstützt. Das ist wesentlich komfortabler, als alle halben Jahre Upgrades durchzuführen.

 

Long Term Support Versionen erscheinen im 2 Jahres Rhythmus und werden 5 Jahre unterstützt (12.04, 14.04, 16.04 …) 

Alle Versionen dazwischen nur 9 Monate (14.10, 15.04, 16.10, 17.04 …) 

Unterschiede 17.04 und 16.04 LTS

Gibt es also einen triftigen Grund, 17.04 der 16.04 LTS vorzuziehen? Ja, den gibt es! Neue Features! Doch welche neuen Features bringt 17.04 eigentlich mit?

Hier mal eine kleine Auflistung was uns mit Ubuntu 17.04 erwartet.

  • Linux kernel 4.9
  • Mesa 17.* und ein neuer X-Server
  • GTK+ 3.20
  • Unity 7 als Standard, neueres Unity 8 optional
  • neuere Paketquellen
  • nautilus 3.20 (3.18 in der LTS 16.04)
  • libreoffice 5.3.0.3 (5.1.4.2 in der LTS 16.04)
  • digikam 5.4.0 (4.12.0 in der LTS 16.04)
  • openshot 1.4.3 (1.4.3 in der LTS 16.04)
Quelle: http://packages.ubuntu.com/ Stand 2017-02-23
Quelle: https://wiki.ubuntu.com/ZestyZapus/ReleaseNotes

 

 

Gerade für Endanwender ist der letzte Punkt interessant. Nehmen wir als Beispiel OpenShot, darüber gab es erst im Dezember einen Bericht auf UbuntuFun.de. Habt ihr die letzte LTS, also 16.04 installiert, so könnt ihr über die Softwareverwaltung OpenShot (1.4.3-1.2) installieren. Im Bericht wird aber Version 2.2 vorgestellt, die erhaltet ihr nur auf Umwegen. Aus jetziger Sicht ist noch nicht sicher ob Zesty OpenShot 2.2 erhalten wird, aktuell (Stand 2017-02-23) ist in den Paketquellen der Alpha-Version auch noch (1.4.3-1.2) enthalten. Wir gehen davon aus, dass diese Quelle bis zum Release am 13. April noch aktualisiert wird.

Upgrade auf Ubuntu 17.04

Du hast dich nun also entschlossen Ubuntu 17.04 Zesty Zapus zu installieren. Wie kommst du nun zu der neuen Version? Das Wichtigste zuerst! Macht immer ein Backup, bevor ihr ein Upgrade durchführt. Es geht meistens auch alles gut, doch kann es hin und wieder zum Crash kommen. Grade die „Zwischenversionen“ sind da auch anfälliger, da diese in erster Linie als Test für die nächste LTS Version dienen.

 

Die folgenden Schritte funktionieren erst mit dem Erscheinen von Ubuntu 17.04

  • Ihr könnt es auf der offziellen Website downloaden: https://www.ubuntu.com/download/desktop
  • Habt ihr bereits 16.10 installiert, dann geht das auch über die Paketverwaltung (wir werden noch vor dem offiziellen Release einen eigenen Beitrag zum Upgrade posten)

Supportende Ubuntu 12.04 LTS

Da war doch noch was…. ach ja, das Supportende von 12.04 LTS. Nach 5 Jahren Unterstützung geht es nun so langsam auf das Ende zu. Das ist nichts neues, der Termin stand bereits bei der Veröffentlichung im Jahre 2012 fest. Solltest du noch einen Rechner mit dem System haben, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen auf ein neues System zu wechseln. Naheliegend ist ein Upgrade auf 16.04 LTS, aber auch 14.04 LTS ist eine gute Option und wird noch bis 2019 unterstützt.

Bitte vergesst das Backup nicht, gerade bei Upgrades von älteren Ubuntu-Versionen.

Quelle: https://wiki.ubuntu.com/PrecisePangolin/ReleaseManifest

Sollte euer Rechner nicht mehr mit der Hardware-Anforderung von 16.04 LTS klarkommen (2 GHz dual core, 2 GB RAM, 25 GB Festplatte), dann gibt es auch Alternativen. Sehr zu empfehlen ist dabei Xubuntu, dabei handelt es sich um Ubuntu, aber mit der Benutzeroberfläche XFCE. https://xubuntu.org/

Quelle: https://xubuntu.org/getxubuntu/requirements/ und https://www.ubuntu.com/download/desktop

Schreibt mal in die Kommentare zu welcher Fraktion ihr gehört: immer das Neueste? Oder lieber auf LTS setzen?

 

 

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  • Kim BlackRose

    Auch wenn das ganze sehr vielversprechend aussieht, würde ich als Ubuntu User lieber bei den LTS Versionen bleiben. Einfach weniger Stress und die Software läuft dann auch recht stabil. Allerdings sollte vielleicht mal überdacht werden, ob man nicht häufiger LTS Versionen released, einfach aus dem Grund, da die Technik einfach immer schneller altert. Für einige Anwender ist vielleicht alle zwei Jahre zu selten. Ist nur meine Meinung, bin aber gerne auch auf andere Meinungen gespannt.

    • Ralf Hersel

      Ich meine auch, dass LTS Versionen für die meisten Anwender die beste Wahl sind. Ich würde beim 2-Jahres Rhythmus bleiben. Die Unterschiede zwischen z.B. LibreOffice 5.1 und 5.3 sind ja nicht so riesig. Und wer wirklich bei bestimmten Anwendungen die neusten Features braucht, kommt auch über Umwege an die aktuelle Version. Beim Desktop hat sich sowieso nichts geändert, Unity 7 ist immer noch Unity 7 und Unity 8 ist noch sehr weit von der Alltagstauglichkeit entfernt.

    • atarixle

      Dennoch sind die aktuelleren Versionen für viele Benutzer interessant. Kauft man sich einen neueren PC, so ist es durchaus möglich, dass die LTS nicht die gesamte Hardware unterstützt, die spätere Version jedoch schon. Ich selbst würde dann allerdings tatsächlich upgraden, bis ich ein LTS erreiche und dann dabei bleiben.
      Gerade heute habe ich zum Beispiel ein Update des Chromium- und Google Chrome Browsers auf Ausgabe 57 gemacht, wodurch bei einer älteren Mesa-Version der komplette Support für die Hardware-Beschleunigung abgeschaltet wurde. Erst durch ein Upgrade auf eine neuere Mesa-Version aktivierte die Hardware-Beschleunigung wieder. Meine Mesa-Treiber stammen nun aus Debian-Testing, während das System eigentlich Debian Stable ist.

  • Pingback: UbuntuFun Podcast Folge 30 – Endlich mal wieder zuhause – UbuntuFun.de()

  • LTS ist immer zu bevorzugen, die Gimmicks kann man in produktiven Alltag nicht ausreizen, oft braucht der normal User diese gar nicht. Das ganze Gebastel um BlingBling und Glossy hat Unity in den Tod getrieben. Einfachere Windowmanager wie Openbox sind seit Jahrzehnten schneller, resourcenschondender, effektiver im Handling und energiesparender.

  • reinhard betz

    Für verschiedene Samsung Drucker gibt es keine Treiber, auch nicht von Samsung selbst. Meine Überlegung für Abhlle war entweder wine oder 17.04. ich werde 17.04 deshalb testen.

    • Ralle

      Für die Drucker stellt Samsung aber einen sogenannten Unified Driver zur Verfügung
      Die ppa bzw. die Vorgehensweise findet man hier: http://www.bchemnet.com/suldr/

  • Charlie Anderson

    Ich nehme 17.04, da ich das für mein Bastel Laptop ausprobiere. Ich mache auch kein Backup, weil es gar nichts zu sichern gibt. Ich will einfach sehen, was geht.
    Für meinen richtigen Rechner würde ich auch die LTS Version nehmen. Aber da habe ich Mint und bin voll zufrieden. Aber die vielen Distributionen finde ich eben total interessant und würde am liebsten alles ausprobieren. Aber wie gesagt – dafür nehme ich den Crash Rechner. Und die bekommt man überall geschenkt, wo Windows mal wieder etwas „Neue Hardware“ gefordert hat (Freunde, Bekannte…)